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Die Zeit der Zuckerentwöhnung und meine ersten Erfahrungen auf dem Gebiet

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In vielen Zeitschriften und Artikeln wird angepriesen, dass man nur ein paar Tage eine Umstellung durchführen muss und schon gewöhnt sich der Körper an die neue Lebensweise. Was Zucker betrifft stimmt es so leider nicht ganz. Natürlich merkt man die Umstellung in den ersten Tagen am meisten, bzw. kommt sie einem besonders hart vor weil der Körper rebelliert, am liebsten mit Kopfschmerzen, Hunger und Konzentrationsschwäche. Ich muss aber zugeben, dass es bei mir halb so wild war. Am dritten Tag hatte ich ziemlich schlimm Kopfweh und ich war in den ersten Tagen müde, aber sonst bin ich verschont geblieben. Die Umstellung, die lange dauert, die man aber unausweichliche durchleben muss, findet im Kopf statt. Hinzu kommt die Empfindung wie süß eigentlich süß ist und auch da können wir unsere Geschmacksnerven komplett umerziehen.

Die Umstellung muss im Kopf stattfinden

Ich habe viel über zuckerfreie Lebensweisen gelesen und jeder legt das Thema ein wenig anders aus. Für mich geht es vor allem darum, dass ich nicht in jedem zweiten Lebensmittel, das ich zu mir nehme, zugesetzten Zucker habe. Ich werde natürlich auch mal ein Stück gezuckerten Kuchen oder im Sommer ein normales Eis essen, aber das soll für mich wirklich eine Ausnahme sein. Und wenn ich dann eine richtige Süßigkeit esse, weiß ich es wenigstens. Für mich ist wichtig, dass ich mich ausgewogen ernähre und das ich mich gut fühle. Seit ich auf die „normalen“ Zuckermengen verzichte, bin ich fitter, leistungsfähiger, ich schlafe besser und benötige weniger Schlaf, meine Haut reinigt sich und wird klarer und straffer und auch mein Körper formt sich neu.

Auf 100g Milchprodukt sind 4,7 g Milchzucker natürlich

Meine Auslegung für meine Ernährung ist, soviel meiner Ernährung selbst zuzubereiten, so clean und einfach wie möglich und auf Lebensmittel mit zugefügtem Zucker nach Möglichkeit zu verzichten. Auf Obst in großen Mengen verzichte ich auch. Lebensmittel wie Getreide, Fleisch, Gemüse in riesigen Mengen und Milchprodukte esse ich. Also Lebensmittel mit Eigenzucker wie z.B. Lactose – auf 100 g 4,7g Milchzucker – oder Gemüse wie Tomaten und Kürbis enthalten hohe Mengen davon. Diese Eigenzucker sind aber für den Körper völlig ausreichend und mit der hohen Menge an Zuckerzusätzen und Fruchtzucker überfordern wir unser System und gerade bei Fruchtzucker wird vermehrt die Ablagerung in Fettdepots gefördert, weil der Körper in Mengen, die wir nicht verbrennen, nicht damit umgehen kann. Vor allem wird aber die Leber massiv überfordert und oft kommt es auch bei dünnen Menschen dazu, dass sie eine gefährliche, nicht sichtbare Schicht Fett um die Organe herum ansammeln. Ich denke, bei all diesen verschiedenen Ernährungsweisen gibt es keine, die komplett falsch oder komplett richtig ist. Das Industriezucker für unseren Körper absolut keinen Nutzen oder Mehrwert hat, sondern einfach nur leere Energie bzw. Kalorien darstellt ist inzwischen schon weitreichend bekannt. Jeder hat die Aufgabe für sich einen Weg zu finden, um sich gesund und fit zu fühlen, denn jeder kennt seinen Körper am besten und sollte in sich hineinhören: was tut mir gut? Was schadet mir? Wann bekomme ich Bauchschmerzen – einen Blähbauch und wann habe ich mich das letzte Mal eigentlich so richtig gesund gefühlt? Für mich ist Quark mit Früchten so ein typisches Beispiel, diese Kombination wird als gesundes Frühstück angepriesen, es sättigt lang und bringt dem Körper wichtiges Eiweiß und Vitamine. Alles schön und gut, aber wenn ich das in der Früh esse bekomme ich Bauchweh… In diesem Moment kann es für mich persönlich keine gesunde Ernährung mehr darstellen.

Essen sollte Spaß machen!

Für mich hat es außerdem etwas sehr beruhigendes in der Küche vor mich hin zu werkeln. Man kann so tolle Mischungen aus Aromen, Farben, Beschaffenheiten und Formen erschaffen und der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Natürlich gibt es auch für begeisterte Hobbyköche Situationen, die anders sind. Zum Beispiel, wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt, die Einkäufe rein geschleppt hat, die Wäsche noch gebügelt werden muss und natürlich auch die beiden Katzen ihre Aufmerksamkeit fordern. In diesen Momenten kann ich mir besseres vorstellen als ein kompliziertes Abendessen auf den Tisch zu bringen. Für diese Situationen kann man aber bestens vorsorgen. Ich friere gerne Portionen ein um vorbereitet zu sein, vor allem bei Suppen und auch im Bereich der „fertigen“ Lebensmittel gibt es inzwischen Nischenprodukte mit denen man sich gut behelfen kann. Allerdings ist man hier sehr gefordert tatsächlich zu prüfen was die einzelnen Zutaten genau sind. Eine einfache, aber sehr klare Regel aus dem Clean Eating Bereich sagt, wenn du eine Zutat nicht kennst und/oder nicht aussprechen kannst – Finger weg! Hinzu kommt, dass auch in Situationen mit begrenzter Zeit (und auch Lust), es eine Menge gesunde Gerichte gibt, die schnell und unkompliziert zubereitet sind und keine ständige Präsenz am Herd verlangen, siehe  unter anderem auch meine OnePot Pasta. Alternativ einfach schnell ein paar Gnocchi ins Wasser werfen und anschließend mit der selbstgemachten Paprikapesto und etwas Parmesan essen. Das Gleiche gilt für eine schnelle Suppe, innerhalb weniger Minuten (bei meinem Induktionsherd noch schneller) ist eine fertige Suppenbrühe aus Gemüsepaste vorbereitet, die nur noch auf ein bißchen klein geschnittenes Gemüse oder Suppennudeln wartet. Um sich diese Situationen schnell, unkompliziert und einfach zu gestalten heißt das Zauberwort mal wieder Vorbereitung. Die zahlt sich aus und entspannt sogar den Geldbeutel, aber dazu ein anderes Mal mehr.

Ich versuche jedenfalls insgesamt meine Tageszufuhr an Zucker auf ca. 5 Teelöffel zu beschränken, also um die 20g -25g. Zuckerersatzstoffe und auch Obst habe ich am Anfang mehreren Wochen komplett weggelassen um es anschließend in  kleinen Mengen wieder in meinen Speiseplan mit aufzunehmen. Der Dezember und somit auch die Weihnachts- und Adventszeit ist vorbei und ich hatte keine Situationen in denen ich Plätzchen, Lebkuchen und Co. sehr vermisst habe. Der Körper hört auf danach zu verlangen, er ist eher dankbar für die Entlastung. Auch meine Verdauung funktioniert so gut wie noch nie in meinem Leben, Heißhungerattacken kommen nicht mehr wie sie wollen, wenn sie kommen habe ich sie selbst verschuldet weil ich zulange nichts gegessen habe und mich nicht in einem konstanten Maß versorge. Mein Umfeld hat in den letzten Wochen öfter Sätze verwendet, wie: Oh, das darfst du ja nicht essen/trinken..! Meine Einstellung dazu ist, ich darf schon – ich will nur nicht! Und mein Körper dankt es mir auf seine Weise.

Wie waren eure Erfahrungen während der Umstellung? Was ist dein Lieblingsgericht, wenn es schnell gehen muss? Schreib mir.

 

 

2 Kommentare zu „Die Zeit der Zuckerentwöhnung und meine ersten Erfahrungen auf dem Gebiet

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